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Wie Du in der Gründungsphase nicht den Kopf verlierst (oder auch: Ein Plädoyer für straffes Zeitmanagement)

Wie Du in der Gründungsphase nicht den Kopf verlierst (oder auch: Ein Plädoyer für straffes Zeitmanagement)

„Du arbeitest bald selbst und ständig.“ Es gab Personen, die sich diese Bemerkung nicht verkneifen konnten. Meist war es einfach ein Necken. Manchmal aber auch die klassische Methode, Skepsis oder Unbehagen hinter einem Scherz zu verstecken. „Willst du das wirklich?“, „Das ist ein großer Schritt!“, und vor allem „Um was du dich da alles kümmern musst!“ waren eindeutig die Sätze, die die Aussage verbarg.

Mein persönlicher Eindruck ist ja, dass – neben dem Sicherheitsaspekt – viele von der Selbstständigkeit schon deshalb absehen, weil sie sich den Organisationsaufwand, die Verantwortung und das komplette Freelancer-Daseins-Management nicht zutrauen. Ist ja auch nicht jedermanns Sache. Und doch: Ob Chaot oder Systematiker – mit dem richtigen Zeitmanagement ist das Gründen gar nicht so schwierig.

Hierzu eine kleine Story:

Es war einmal eine Redakteurin, die gerade ihre Kündigung eingereicht hatte, um in die Freiberuflichkeit zu gehen. Den Einschnitt, den dieser Schritt in ihrem Leben machte, konnte sie in dem Moment gar nicht wahrnehmen. Denn das eigentlich aufregend-schöne „Jetzt kann ich loslegen“ wich direkt einer übervollen To-Do-Liste: Beim Arbeitsamt anrufen. Sachen mit dem Finanzamt klären. Website-Konzept erstellen. Texte für Website schreiben. Meinen Social-Media-Auftritt planen. Am Wochenende das interessante Gründerevent besuchen. Neues Konto eröffnen. Versicherungsrecherche. Probeartikel schreiben. Oh und da war ja auch noch die IT…

Selbst von Natur aus strukturierten Menschen kann bei dieser Gedankenflut die Luft wegbleiben. Einige Tage lang rotierte ich so vor mich hin, begann eine Information zu recherchieren, bis mir die nächste in den Sinn kam. Und die nächste. Und die nächste. Tab. Tab. Tab. Schon schleuderte mir mein Bildschirm ein nicht sehr dezentes „SCHAU WAS DU ALLES TUN MUSST. JETZT. GLEICH. SOFORT!“ entgegen.

Monats-, Wochen-, und Tagespläne gegen das Rotieren

Immer, wenn es mir zu viel wird, führe ich einen Digital-Analog-Switch durch. Klingt super, oder? Heißt aber nichts weiter als „Computer aus“ und „Papier raus“. Vor allem ganz am Anfang hat es mir geholfen, alles zu sortieren, was mich in den nächsten Monaten erwartet – von diversen Meldungen über die Home-Office-Einrichtung bis zur Themenplanung für Probeartikel. Ich erstellte drei Spalten für die nächsten drei Monate – die Zeit, die mir zur Verfügung stand, bis ich in die Selbstständigkeit ging – und ordnete meine To-Dos den Monaten zu: Was muss ich wirklich sofort erledigen? Wo liegen welche Fristen? Was hat womöglich noch 12 Wochen Zeit? Was hat eine lange Vorlaufzeit? Indem ich diese Monatspläne erstellte, lüftete ich nicht nur meinen Kopf, sondern wusste ab diesem Moment genau, was wann zu tun ist. Und konnte mich daran entlanghangeln, ohne die Nerven zu verlieren (naja, meistens!).

Diese Pläne habe ich dann stufenweise runtergebrochen: Was von den Dingen in diesem Monat sollte ich direkt erledigen? Was davon am Ende des Monats? Aus diesen Wochenplänen wiederum wurden automatisch Tagespläne. Was für die einen nach Überorganisation klingt, hat System und wirkt für mich persönlich als Sicherheitsnetz: Ich vergesse nichts. Ich habe alle Fristen im Blick. Und auch, wenn ich nicht immer alles so perfekt einhalten kann wie gewünscht (da eben noch anderen Faktoren in der Gründungsphase mitspielen, als die eigene Planung), habe ich das Gefühl, Herr der Dinge zu sein. Und das Beste: Eine ellenlange To-Do-Liste, auf der am Monatsende nichts mehr übrig ist, gibt Dir ein verdammt gutes Gefühl – inklusive neuer Motivation für die nächsten vier Wochen.

Jeder hat sein eigenes System. Manchen reicht ein kleiner Kalendereintrag. Andere kleben sich ihren Screen mit Post-its voll, bis sie nichts mehr sehen. Aber ich empfehle jedem, der frisch gründet, sich irgendeine Art von Zeitplanungs- und Organisationsmethode zu schaffen, die dafür sorgt, dass alles fristgerecht abläuft.

Pause muss sein

Übrigens: Meine Pausen(tage) plane ich genauso, wie die zu erledigende Arbeit. Und ich halte sie ein. Theoretisch hätte ich die letzten vier Monate nonstop arbeiten können. Aber: Selbstständigkeit – das merkt man schnell – erfordert ein intelligentes Haushalten mit der eigenen Energie, wenn sie langfristig funktionieren soll. Auch dafür eignen sich solche Übersichtspläne. Sie zeigen nämlich, dass man zwar „selbst“ und durchaus sehr viel, aber eben nicht „ständig“ arbeiten muss. Mit diesem kleinen Ausflug in mein Zeitmanagement entlasse ich Euch jetzt in die neue Woche. Gestern hatte ich übrigens frei.

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