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Selbstständig sein – Ja oder Nein?

Selbstständig sein – Ja oder Nein?

Mein Blog dreht sich besonders um die Themen Gründung und Selbstständigkeit. Vor allem um deren Anfänge. Dabei fiel mir jetzt auf: Eigentlich kann ich noch viel früher ansetzen. Nämlich an dem Zeitpunkt, als ich von Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Texter-Stundensätzen noch (fast) keine Ahnung hatte – als ich noch gar nicht zu 100 Prozent wusste, ob ich den Schritt in die Selbstständigkeit wirklich wagen soll. Welche Fragen habe ich mir damals gestellt, die mich am Ende in die Freiberuflichkeit führten? Die habe ich hier einmal für (bisher) unentschlossene Vielleicht-Bald-Gründer aufgelistet.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Dies war zwar nicht die erste Frage, die mir bezüglich meiner Selbstständigkeit im Kopf umherschwirrte, aber definitiv eine relevante: Sollte ich das jetzt tun? Brauche ich noch mehr Erfahrung, um erfolgreich selbstständig zu sein? Oder ist eben genau jetzt der richtige Zeitpunkt für dieses Abenteuer? Nach reifer Überlegung kam ich zum Entschluss: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wie hoch ist mein Risiko?

Habe ich viele Anschaffungen zu tätigen? Muss ich mich verschulden? Was passiert im schlimmsten Fall, wenn es nicht funktioniert? Diese Fragen konnte ich mir ziemlich schnell mit „Nein“ und „Nicht viel“ beantworten. Als Texter ist das Risiko überschaubar. Aber in jedem Falle empfehle ich, diese Fragen genau abzuwägen, um eine Entscheidung zu treffen.

Komme ich damit klar, keine „richtigen“ Kollegen mehr zu haben?

Klingt erst einmal harmlos, sollte man aber nicht unterschätzen: Hier geht es nicht in erster Linie um die Verantwortung, die man als Selbstständiger alleine trägt, sondern um den täglichen Austausch mit den Kollegen. Wer im Home Office arbeitet, kann sich zwar meist besser konzentrieren, sich zwischendurch aber auch einsam fühlen. Abhilfe schafft natürlich das Arbeiten in Cafés, Bibliotheken oder auch Co-Work-Spaces. Jedoch sollte jemand, der ohne festes Kollegennetzwerk nicht auskommt, sich das mit der Selbstständigkeit noch einmal überlegen.

Wie sieht es mit meinen Finanzen aus?

Habe ich bereits genug Erspartes, um die ersten Monate der Selbstständigkeit überbrücken zu können? Verschaffe ich mir durch eine spätere Kündigung Zeit, um etwas zur Seite zu legen? Kommen in der Anfangszeit auch keine größeren Rückzahlungen (zum Beispiel Studienkredit) auf mich zu? Liquidität als Selbstständiger ist ein Muss. Macht Euch also rechtzeitig über Eure Finanzen – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich – Gedanken.

Wo ist die Selbstverwirklichung größer?

Nennt mich Idealist, aber für mich war genau diese Frage am wichtigsten: Bin ich zufrieden mit meinem jetzigen Job? Gibt es hier für mich genügend Weiterentwicklungsmöglichkeiten? Habe ich in meiner Freizeit noch Luft für eigene Projekte, für die ich brenne? Wo sehe ich mich in fünf Jahren? Und was muss ich tun, um dorthin zu kommen? Wer sich diese Fragen ehrlich beantwortet, wird den richtigen Schritt tun.

Was würde sich alles ändern?

Krankenversicherung? Rentenansprüche? Freie Zeiteinteilung? Flexibilität? – Wer in die Selbstständigkeit geht, macht einige Veränderungen mit. Ich empfehle, sich vorher schon darüber zu informieren, was alles auf Euch zukommt. Vor allem an Bürokratie. Selbst dann kann man diesen umfangreichen Veränderungsprozess zwar nicht vollends greifen, aber das „Was folgt?“ sollte auf jeden Fall zu Euren ersten Überlegungen gehören.

Überwiegen am Ende für mich die Vor- oder die Nachteile?

Freie Projektauswahl vs. eventuell zeitweise Auftragsnot? Flexible Arbeitszeiten vs. keine Kollegen für die Kaffeepause? Festes Gehalt vs. höherer Stundensatz? Ob die Selbstständigkeit für jemanden Chance oder Schrecken ist und ob die Vor- oder die Nachteile überwiegen, muss jeder anhand seiner Prioritäten für sich selbst entscheiden. Sowohl mit dem Kopf als auch mit dem Bauch.

Traue ich mir das überhaupt zu?

Das Wort Mut habe ich in den letzten Monaten sehr oft gehört. Es sei ja so mutig, sich selbstständig zu machen und man würde es sich selbst nie trauen. Ich glaube ja, dass das die meisten viel zu schnell über sich selbst behaupten. Es gehört natürlich eine gewisse Risikobereitschaft und Mut dazu, den Job zu kündigen und sich in den Freelancer-Markt zu stürzen. Aber ich rate jedem, wie bereits erwähnt, sich genau über die Möglichkeiten der Selbstständigkeit zu informieren, bevor man aus Angst diese Option von der Liste streicht. Vielleicht sind die Hürden ja überschaubarer als gedacht…und der Mut am Ende doch groß genug.

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