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6 Aufgaben, die Gründer nicht aufschieben sollten

6 Aufgaben, die Gründer nicht aufschieben sollten

Ob freiberuflicher Redakteur mit festem Standort, digitaler Nomade oder innovatives Start-Up – das Gründen bedarf intensiver Vorbereitung. Wie wichtig Organisation und intelligentes Zeitmanagement in der Selbstständigkeit sind, habe ich bereits in einem Blogartikel dargelegt. Doch welche einzelnen Schritte sind wie auszuführen? Was muss man dabei beachten? Und welche Fallstricke gibt es? Basierend auf meinen individuellen Erfahrungen habe ich ein paar Antworten zusammengefasst. Wichtig: Jeder dieser Aspekte könnte einen ganzen Blogbeitrag für sich füllen. Hier geht es lediglich um eine kompakte Übersicht für die nächsten Gründergenerationen.

1. Der Weg zum Arbeitsamt

Du hast die Kündigung bei Deinem Vorgesetzten eingereicht? Glückwunsch! Aber bevor Du die Neustart-Korken knallen lässt, greife direkt zum Hörer und rufe beim Arbeitsamt an. Auch wenn Du die Selbstständigkeit anstrebst und per se nicht arbeitslos sein wirst, musst Du Dich innerhalb von 3 Tagen nach Deiner Kündigung dort melden. Solltest Du diese Frist verpassen, kann es zu Sperrzeiten kommen – auch was den Gründerzuschuss angeht, auf den ich später noch eingehe.

2. Krankenversicherung und Künstlersozialkasse

Der Einschnitt, den Deine Kündigung in Deiner Berufswelt macht, weitet sich auch auf andere Bereiche aus. Du musst Dir zum Beispiel überlegen, ob Du gesetzlich versichert sein möchtest oder in die private Krankenversicherung wechselst. Hier gibt es nicht die EINE richtige Antwort, denn welche Versicherungsart Dir die besten Konditionen bietet, musst Du ganz individuell entscheiden. Für künstlerische Berufe wie Journalisten, Autoren oder auch Musiker und Schauspieler gibt es außerdem die Möglichkeit, sich bei der Künstlersozialkasse zu bewerben. Diese ersetzt bei Aufnahme den Arbeitgeber, indem sie die Hälfte der Versicherungsbeiträge übernimmt und die entsprechenden Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung koordiniert.

3. Meldung beim Finanzamt

Bei diesem Schritt gilt für Dich zuerst einmal zu klären, ob Du ein Gewerbe anmelden musst oder nicht. Fällst Du zum Beispiel unter § 18 EStG? Dann musst Du das nicht. Im Internet kannst Du Dir für die Meldung beim Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung suchen. Diesen solltest Du spätestens 4 Wochen nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit vollständig ausgefüllt an die entsprechende Stelle senden. Für den Fragebogen gibt es viel zu klären. Weißt Du zum Beispiel was es mit einer Ist-Versteuerung auf sich hat? Oder mit einer Dauerfristverlängerung? Lass Dir, wenn Du völlig neu auf dem Gebiet bist, von einem Coach oder einem bekannten Selbstständigen helfen.

4. Gründerzuschuss und Coaching

Wenn Du Dich beim Arbeitsamt gemeldet hast, wird Dich Dein Sachbearbeiter spätestens beim persönlichen Termin fragen, ob Du einen Gründerzuschuss beantragen möchtest. Bis dahin solltest Du Dir auch darüber im Klaren sein, denn die Antragsunterlagen musst Du VOR Deiner Gründung (sprich: vor der Meldung beim Finanzamt) beim Arbeitsamt abholen. Andernfalls verfällt die Möglichkeit, den Gründerzuschuss zu beantragen. Kurzgefasst: Der Gründerzuschuss ist – so nenne ich das gerne – eine Art Stipendium für Neugründer. Er deckt im ersten halben Jahr mehr oder weniger Deine Lebenshaltungskosten und Versicherungsbeiträge. Und wenn Du ihn verlängerst, bekommst Du weitere 9 Monate lang 300 Euro im Monat bezuschusst. Doch für dieses Stipendium musst Du etwas tun: Ich habe ein 20-stündiges Coaching bei einer Unternehmensberaterin absolviert und währenddessen einen umfangreichen Business-Plan erstellt, der die wirtschaftliche Tragfähigkeit meines Vorhabens darlegt. Antrag und Business-Plan reichst Du danach beim Arbeitsamt ein, das innerhalb weniger Wochen entscheidet, ob Du den Zuschuss erhältst.

Kleiner Zusatz von mir am Rande: Selbst wenn man den Gründerzuschuss am Ende nicht bekommen sollte, ist das Coaching auf jeden Fall Gold wert. Innerhalb von knapp 6 Wochen habe ich dabei eine Art Unternehmer-Crashkurs besucht, der mich passgenau auf Themen wie Marketing, Vertrieb, Buchhaltung und Finanzplanung vorbereitete – und mich somit ideal für die Anfänge als Selbstständige.

5. Positionierung und Portfolio

Wenn Du Dich selbstständig machen möchtest, überlege Dir genau: Worin bin ich besonders gut? Was hebt mich von anderen ab? Was genau biete ich an und zu welchen Konditionen und Preisen? Eine scharfe Positionierung und ein klares Angebotsportfolio sind das A und O – nicht zuletzt, um Dir eine Nische zu schaffen und authentisch zu sein. In meinem Fall hieß das: Welche Themenbereiche möchte ich abdecken? Bei welchen Textformen bin ich besonders fit? Wer das anbietet, was er am besten kann, wird am Ende auch den meisten Erfolg haben.

6. Online-Auftritt

Heutzutage geht eigentlich nichts mehr ohne eigene Website. Sie ist schließlich die digitale Visitenkarte. Überlege Dir, wie die Navigationsstruktur aussehen soll. Hast Du ein Logo? Spezielle Firmenfarben? Wie möchtest Du Deine Interessenten auf der Website ansprechen? Hinzu kommen vielleicht ein Blog und natürlich Social-Media-Kanäle. Das gehört alles konzipiert, aufgebaut und miteinander verknüpft. Unterschätze vor allem den Zeitaufwand hierfür nicht: Denke an Impressum und Datenschutzrichtlinien, lass Deine Freunde Links und Kontaktformular testen usw. Wenn am Ende ein professioneller Online-Auftritt steht, wird sich die Arbeit definitiv gelohnt haben.

Ich könnte hier noch einige Aspekte mehr auflisten und dutzende Unterpunkte hinzufügen: Wie genau schreibt man zum Beispiel einen Business-Plan? Wo finde ich einen guten Coach? Welche digitalen Tools helfen mir im Alltag? Doch ich kann rückblickend auf die letzten Monate sagen: Fange mit dem ersten wichtigen Schritt an, notiere Dir alle anfallenden Aufgaben und arbeite sie Schritt für Schritt ab. Sobald der Gründungsball ins Rollen kommt, wirst Du ihm sowieso sportlich und motiviert hinterherrennen.

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