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Coliving in Lissabon: Meine erste Woche als digitaler Nomade

Coliving in Lissabon: Meine erste Woche als digitaler Nomade

Sehr lange hatte ich überlegt, wo es hingehen soll. Stockholm? Barcelona? Prag? Vor nicht mal zwei Monaten habe ich mich dann für Lissabon entschieden, um mir das erste Mal einen Coliving- und Coworking Space anzusehen und eine Woche lang ins Leben der digitalen Nomaden einzutauchen. In den letzten beiden Jahren habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt und meine Zeit in Lissabon sollte Probelauf, Ersterfahrung und Halb-Urlaub zugleich sein. Wie habe ich meine Tage dort empfunden? Was habe ich festgestellt und würde ich das wieder tun? Die Antworten findet Ihr in den folgenden Absätzen.

Teil der Community ab der ersten Sekunde

Es ist nicht einfach zu beschreiben, aber die Cowork- und Coliving-Nomaden-Gemeinschaft nimmt – wenn nicht sogar saugt – Dich direkt auf. Man hat ja schließlich etwas gemeinsam: Nämlich das ortsunabhängige Arbeiten, das Unterwegs-Sein, das Loslassen von traditionellen Strukturen (auch wenn teilweise nur kurz) und das Länderentdecken mit Halb-Fremden/Halb-Bekannten aus der ganzen Welt. Du lebst auch im Coliving Space? Klar, dann gehörst Du automatisch dazu. Keine Frage. Digitale Nomaden sind – es war nicht anders zu erwarten – sehr offene, tolerante, optimistisch gestimmte, gut gelaunte und kreative Freigeister. Ausgeschlossen wird hier niemand.

 Solo unterwegs? Nicht lange. Und nicht, wenn Du es nicht willst

Wer nicht gerade als Paar, Business-Team oder mit Freunden anreist, ist hier solo unterwegs. Wie ich aber im ersten Absatz bereits habe durchblicken lassen, muss man das nicht lange sein. Durch eine WhatsApp-Gruppe war ich mit allen Nomaden, die in meinem Haus lebten, verbunden. Spontane Drinks am Abend, ein Ausflug an den Strand oder ein gemeinsamer Tapas-Abend waren schnell organisiert. Aber keine Sorge, hier herrscht kein Gruppenzwang. Wer anderweitig verabredet ist oder einfach mal allein etwas unternehmen will, der macht das einfach. Hinzu kommen die unterschiedlichen Arbeitszeiten der Nomaden, die ein Zusammentreffen manchmal verhindern – wie Ihr im nächsten Absatz erfahren werdet.

Jeder hat seinen individuellen Rhythmus

Die einen arbeiten spät abends im Zimmer, da der Kunde auf der anderen Seite der Welt sitzt. Die anderen haben eine strenge Schicht von 14 bis 22 Uhr, um mit den Kollegen in San Francisco zeitgleich zu arbeiten. Andere wiederum sitzen morgens als erster Nomade um 9 Uhr im Coliving Space (okay, es war 10 Uhr, aber ich habe den Deutschen mal wieder alle Ehre gemacht), checken ihre Mails und wundern sich, ob denn alle anderen noch schlafen. Man stellt sehr schnell fest: So flexibel und ungebunden man ist, digitale Nomaden sind natürlich je nach Projektlage doch wieder durch Deadlines, Webmeetings und Calls gebunden – und das durch die Zeitverschiebung sehr unterschiedlich. Jeder hat hier seinen individuellen Rhythmus und jeder zieht hier sein Ding durch. Ist dann also doch wieder solo. Man kommt eher spontan zusammen, um etwas zu unternehmen und plant nicht zu lange im Voraus. Die, die man gerade kennengelernt hat, verschwinden manchmal nach drei Tagen wieder, und machen Platz für die nächsten Digitalkollegen, die vielleicht etwas länger bleiben. Es ist ein Kommen und Gehen, Kennenlernen und Verabschieden, Getrennt-Arbeiten und Gemeinsam-Entspannen am laufenden Band. An diese Dynamik musste ich mich erst einmal gewöhnen. Ich war natürlich nur eine Woche da und es kommt immer auf die Zusammensetzung der Menschen in den Coliving Spaces an. Aber hier lässt man die Tage einfach passieren und jeden Tag lernt man jemand oder etwas Neues kennen.

Sonne, Palmen und die Motivation

Man könnte annehmen, mit 30 Grad im schönen Lissabon und dem Tejo nur drei Straßen entfernt, fällt die Arbeit schwer. Meiner Meinung nach war das Gegenteil der Fall. Der Blick aus den Glasfronten des Coworking Space motivierte mich eher, meine Aufgaben schnell abzuarbeiten, um mich so bald wie möglich auf den Weg nach Cascais oder Sintra machen zu können – und das fühlte sich außerdem nach getaner Arbeit noch viel besser an.

Eine Woche ist zu kurz für einen Coliving Space

Da ich nur eine Woche in Lissabon verbracht habe, würde ich meine digitale-Nomaden-Erfahrung als kleinen Einstieg oder kurzen Einblick in deren Welt bezeichnen. Mit festem Wohnsitz in Deutschland würde ich mich sowieso nur als Semi-Digitalnomade bezeichnen. Um den Lebensstil richtig kennenzulernen, sowie den Rhythmus und das Lebensgefühl dieser Gemeinschaft, wären ein paar Wochen länger auf jeden Fall notwendig gewesen. Wer weiß? Ich würde auf jeden Fall wieder in einen Coliving Space gehen. Und vielleicht begegnen mir dann wieder meine neuen Nomadenfreunde aus Texas, Großbritannien, Südkorea, Australien oder Bulgarien – um nur ein paar zu nennen.

 

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