Content & Stories | 8 Dinge, die jeder Texter kennt
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8 Dinge, die jeder Texter kennt

8 Dinge, die jeder Texter kennt

  1. Nicht den perfekten Anfang finden…und an den ersten Worten schon verzweifeln

Muse oder keine Muse? Manchmal tippt man direkt wie wild drauflos. Manchmal sieht man aber auch dem Cursor eine Weile halb hypnotisiert beim Blinken zu. Als würde er im Sekundentakt sagen „Schreib was“, „Schreib was“, „SCHREIB WAS“. Die Textstruktur hat man ja oft schon komplett durchdacht, kennt jeden Absatz und den Abschluss hat man sich auch schon ausformuliert. Aber das Blatt bleibt weiß. Warum? Weil einem partout kein guter Anfang einfallen will. Schreiben, löschen, schreiben, löschen. So geht das, bis man schon keine Lust mehr hat und sich denkt „Och, vielleicht klappt’s morgen besser.“ Lieber verschieben als blöd zu starten und sich über den nicht-ausgefeilten ersten Satz zu ärgern. Richtig? Nee, ist falsch. Ich habe meine Zeit gebraucht, um das oben beschriebene Muster zu durchbrechen, aber wer vorankommen will, muss seinen Perfektionismus (zu dem ich später noch mehr sage) einfach mal über Board werfen. Das stimmige Gesamtbild eines Textes ergibt sich halt mit der Zeit – so auch der ideale Anfang, der dann manchmal eben erst am Ende seinen Auftritt hat.

  1. Plötzlich fließt es…und man kann gar nicht mehr aufhören

Solche Tage gibt es zum Glück auch: Man setzt sich an das leere Dokument, beginnt zu schreiben und ist – in einem Rutsch von Intro bis Fazit – plötzlich fertig. Und die Erstversion bedarf sogar keiner großen Überarbeitung. Hach, da hüpft das Texterherz.

  1. Eine Metapher/ein Wort/ein Gedanke…und der Rest kommt von selbst

Auch damit werde ich nicht allein sein: Oftmals baut sich ein ganzer Text um ein einziges Wort, ein Gesprächsfetzen, einen Gedanken oder vielleicht eine Metapher, die man irgendwo aufgeschnappt hat. Und zack, hat man die nächste Idee für einen Blogartikel, eine Geschichte oder für den Text des aktuellen Kundenprojekts. Es muss auch nicht zwangsläufig sofort etwas aus der Idee entstehen, aber sie gehört notiert und bei Gelegenheit wieder ausgekramt. Wer kennt`s?

  1. Von Sätzen träumen, die man am nächsten Tag gebrauchen kann

Wer von Euch arbeitet ab und an im Schlaf weiter? Sieht deutlich das grelle Rot des Änderungsmodus vor sich? Oder träumt von Satzkonstruktionen, die man bloß nicht vergessen darf. Die könnten schließlich in den nächsten Text passen. Oder es ist ein Satz, den man über den Vortag vermeintlich gesucht hat. Da hilft dann nur aufstehen, aufschreiben – und wenn möglich wieder schlafen.

  1. Zu viele Ideen, zu wenig Zeit

Etliche Blogbeiträge in der Pipeline. Den Ausbau des Blogs schon im Hinterkopf. Buchideen. Artikel, die man verfassen könnte. Kundenprojekte, die Vorrang haben und deren Konzepte schon ausgemalt sind. Als Texter hat man meist viel zu viele Ideen und viel zu wenig Zeit, um alle umzusetzen. Mit dem richtigen Zeitmanagement mag das Schritt für Schritt gehen. Aber die Geduld…?!

  1. Es grüßt Sie freundlich, der Perfektionist

Was meine Texte angeht, bin ich teilweise krankhaft perfektionistisch. Eigentlich ist das gut so und eigentlich auch nicht. Es ist gut, weil es mir natürlich darum geht, Qualität abzuliefern. Schlecht wird Perfektionismus dann, wenn man den Wechsel vom „Verbessern“ zum sogenannten „Verschlimmbessern“ nicht bemerkt – denn dann dreht man sich ohnehin nur im Kreis, tippt Versionen, die man so schon einmal vorliegen hatte, nur um bei der ursprünglichen Final-Version wieder anzukommen.

  1. Final-Version. Final-Final-Version. Final-Final-Final-Ernsthaft-jetzt?

Texter können locker immer wieder den Rekord für den längsten Dokumenten-Namen einheimsen – wenn die Final-Version aus welchen Gründen auch immer nicht so bleiben will/soll/kann, wie sie ist. Einmal im Final-Benennungs-Modus, gibt es aber eben kein Zurück mehr.

  1. Texte auf Verpackungen/Produkten oder Gesagtes in Gedanken korrigieren

Viele meiner Kollegen sagen, sie würden die Texte auf Verpackungen etc. im Geiste korrigieren – oder eben deren Gegenüber, während er spricht. Das mache ich zum Glück nicht. Also. Okay. Ich gebe zu, ich korrigiere zwar keine Grammatik, aber öfter denke ich mir so „Hmm, hätte ich jetzt anders formuliert“. Ich spreche das nicht aus, aber ich lege automatisch viel Bedeutung in Worte – und dann eben auch gerne mal zu viel. Berufsbedingt muss ich das tun bei meinen Texten, damit die Botschaft meiner Kunden genau so bei ihrer Zielgruppe ankommt wie gewünscht. Und da komme ich auch im Privatkontext nicht so leicht raus.

Jetzt sitze ich hier und finde kein passendes Ende. Ich könnte ja so tun, als würde ich gerade das Ende suchen und einfach dem Gedankenfluss freien Lauf lassen. Aber genügt das meinen Ansprüchen? Fasse ich alle Punkte des Artikels noch einmal zusammen? Vielleicht einfach indirekt? Nee, das gefällt mir nicht. Obwohl es mal etwas anderes wäre. Eigentlich muss ich jetzt noch was anderes machen. Aber der Anfang fehlt auch noch. Lass ich halt mal weg. Tschüss, Frau Perfektionistin. Wir sehen uns bestimmt morgen wieder. So ganz los werde ich dich ja nie…

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