7 nicht so tolle Momente als Freelancer | Content & Stories
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7 nicht so tolle Momente als Freelancer

7 nicht so tolle Momente als Freelancer

Ich schreibe diesen Beitrag – und liege dabei im Bett. Und nein, ich bin weder semi-faul noch unmotiviert. Ich bin ausgebremst durch eine Erkältung. Eigentlich sollte ich beim Kunden sitzen und meine kreative Ader für Texte nutzen, aber alles, was hier fließt, ist meine Nase. Zwangs-Home-Office. Und eigentlich sollte ich in diesem Zustand auch nicht arbeiten – wie jeder andere auch. Aber vielleicht geht doch ein kli-tze-klei-nes bisschen Arbeit?

Diese Szene beschreibt einen Moment, den man als Freelancer eher weniger mag. So sehr ich auch hinter meiner Freiberuflichkeit stehe, es hat alles Vor- und Nachteile. Und da ich mich stets um ein realistisches Bild von Selbstständigkeit bemühe, fasse ich Euch hier einmal in Kürze zusammen, in welchen Situationen die Freiberuflichkeit nicht ganz so super ist.

Wenn das Feedback ausbleibt

Menschen brauchen Feedback. Vor allem bei der Arbeit. Als Freelancer kann dieser zu Beginn länger ausbleiben, wenn man zum Beispiel erst in der Akquise-Phase ist, die sich hinzieht – oder wenn man noch nicht viele Kunden und Projekte hat, von und zu denen man Feedback bekommt. Manchmal können es auch interne Rücksprachen beim Kunden sein, die sich im üblichen Alltagsgeschäft hinziehen und das Vorankommen der Projekte ausbremsen. Dann heißt es aber nicht durchhängen, sondern sich selbst motivieren. Arbeitet in der Zeit an anderen (und vielleicht eigenen) Projekten, erledigt Dinge, die lange liegen geblieben sind oder nutzt die Zeit für neue Ideen. Leerlauf kann einen so ebenfalls weiterbringen. Und wenn das positive Feedback gerade von außen fehlt, dann könnt Ihr es Euch wenigstens selbst geben.

Wenn das Home Office zum Käfig wird

Für mich überwiegen im Home Office ganz klar die Vorteile: Ich kann konzentrierter arbeiten und bin meist schneller mit meinen Texten fertig. Allerdings kann es auch Tage geben, in denen das Home Office zum Käfig wird, aus dem man ausbrechen möchte – sei es, um eine neue Arbeitsumgebung zu schaffen oder um Kontakte zu Kollegen zu knüpfen. Sorgt in diesem Fall für eine Balance. Meine entsteht durch eine Mischung aus Home Office, Arbeiten beim Kunden, Tage im Cowork-Space sowie diverse Stammplätze in Cafés, in denen ich gut arbeiten kann.

Wenn das Internet ausfällt

Der Router blinkt auf eine Weise, die nichts Gutes verheißt. Ich bin abgeschottet von der Business-Welt, Kunden erreichen mich nicht, Recherche ist nicht möglich, irgendwo in der Ferne schreit ein Kind…okay okay, ich lasse die Übertreibungen. Aber ein Internet-Ausfall im Home Office – oder generell technische Störungen – sind meine absolut anstrengendsten und nervenaufreibendsten Erfahrungen als Freelancer. Erst recht, wenn diese kurz vor einer Deadline eintreten, der Techniker erst in drei Tagen kommen kann und man gezwungen ist, wie ein ausgehungertes Digitalopfer nach WLAN zu suchen. In solchen Momenten wünsche ich mir immer eine eigens für mich bereitstehende IT-Abteilung. Träumen darf man ja.

Wenn man kostenlos arbeiten soll

Als Freiberufler muss man regelmäßig Angebote abwägen. Darunter finden sich leider auch solche, die ich mittlerweile unter „Schmankerl aus dem Geschäftsleben zum Schmunzeln“ verbuche. So kann es sein, dass man eigentlich spannende Projekte ablehnen muss, weil man für 50 Prozent weniger oder für gar nichts arbeiten soll. An alle Freelance-Frischlinge unter Euch: Nein! Steht zu Eurer Leistung und ihrem Wert und lasst Euch von dieser Erfahrung nicht demotivieren. Das passende Projekt kommt!

Wenn Projekte kurzfristig wegfallen

Es kann vorkommen, dass Projekte, die Ihr eingeplant habt, kurzfristig wegfallen. Das ist natürlich schade, gehört aber leider hin und wieder zum Geschäft dazu. Das liegt nicht zwangsläufig an Euch, sondern eventuell wurde die Marketingplanung des Kunden verworfen, manchmal gibt es Budgetänderungen oder aber das Projekt verschiebt sich nach hinten. Je länger Ihr als Freiberufler arbeitet, umso professioneller geht Ihr mit solchen spontanen Änderungen um bzw. könnt Ihr sie im Idealfall ausgleichen. Ein kurzer Och-Schade-Moment oder Ach-Mist-Gedanke bleibt Euch aber nicht erspart.

Wenn man sich ein eigenes Hamsterrad baut

So kontrovers es klingt, es ist bei aller Freiheit als Selbstständiger möglich, sich sein eigenes Hamsterrad zu bauen – obwohl man sich selbstständig gemacht hat, um aus ebendiesem zu entfliehen. Das kann sich daran zeigen, dass man unrealistische To-Do-Listen schreibt, sich einen „typischen“ Arbeitsrhythmus verordnet, der aber nicht förderlich für die Kreativität ist oder man aus Gewohnheit in Muster verfällt, die man als Festangestellter zwar einhalten, als Freelancer eigentlich aber auflösen kann. Der Trick besteht darin, das eigene Hamsterrad zu erkennen und wieder abzubauen, indem man effiziente Arbeitsweisen und Methoden für sich entwickelt, die einem das Tagesgeschäft erleichtern. Irgendwann seid Ihr sensibilisiert für das vermeintliche DIY-Hamsterrad und Ihr werdet Euch immer seltener darin wiederfinden.

Wenn eine Erkältung zurückwirft

Als Selbstständiger krank zu sein, ist doof. Mehr als doof. Schließlich hat man ein großes Verantwortungsgefühl seinen Kunden gegenüber, keinen Ersatz für sich selbst und zudem dann auch noch Einnahmenausfall. Doch auch als Freelancer bedeutet Kranksein eben Kranksein – und demnach heißt es dann auch ab ins Bett und nicht arbeiten. Kunde und Konto sind es einem eher dankbar, sich früh auszukurieren und schnell wieder da zu sein als es zu verschleppen und dann auf lange Sicht auszufallen. Eigentlich logisch, oder? Mein Freelancer-Mind hat das aber auch erst im zweiten Jahr verstanden. Aber besser spät als nie.

Und was sage ich jetzt dazu, dass ich mit Kopfschmerzen im Bett liege und trotzdem einen Text schreibe? Kkrrrm. Nichts. Erwischt. Nicht nachmachen! Ich lege mich wieder hin. Freelance-Mode off.

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