CoCo-Life: Coworking und Coliving für Selbstständige | Content & Stories
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CoCo-Life: Coworking und Coliving für Selbstständige

CoCo-Life: Coworking und Coliving für Selbstständige

Freiberuflern eilt oft ein Klischee voraus: Sie seien Einzelkämpfer und einsam. Immer nur allein zuhause und ohne Team. Die erfahrenen Freelance-Kollegen unter euch werden protestieren oder schmunzeln. Ja, manchmal vergraben wir uns tagelang in der eigenen Bude, um ein Projekt durchzukriegen. Aber da gäbe es heutzutage noch die schönen Wörtchen Cowork Space, Coworking und Coliving, die dem Klischee (zumindest bis zu einem gewissen Grad) entgegenwirken. Bei uns sind diese Worte fester Bestandteil des Alltags, bei Außenstehenden und Freelance-Neulingen jedoch noch nicht. Deshalb findet ihr hier meinen Erfahrungsbericht zu den schönen Co-Wörtern des Freelance-Lebens.

Was heißt Coworking bzw. Coliving?

Ein Cowork Space steht für einen Ort, an dem sich Selbstständige treffen und gemeinsam arbeiten können – ob nun miteinander oder nebeneinander. Weltweit gibt es diese Arbeitsplätze, die auch für Selbstständige ein gewisses Ich-bin-im-Büro-Gefühl vermitteln inklusive lockerem Café- oder Luxus-Office-Feeling – je nachdem, was einem beliebt. Leben dieselben Freelancer auch noch im gleichen Gebäude, spricht man von Coliving. Ziel und Zweck dabei ist, Gleichgesinnte zu treffen, eine Community aufzubauen und sich gegenseitig zu motivieren. Bye bye, Klischee.

Wie kommt man zum Coworken?

So schön es ist, sein eigener Chef zu sein, sehnt man sich auch als Freiberufler manchmal nach Kollegen, einem Gemeinschaftsgefühl und einem kurzen Kaffeetratsch. Nicht zuletzt entstehen viele Ideen zufällig im Gespräch. Ein Cowork Space zu finden, ist heutzutage einfach, denn diese gibt es vor allem in den größeren Städten zuhauf. Dabei bieten die meisten Cowork Spaces unterschiedliche Mietmodelle an – vom Tages- oder Monatspass bis zum Dauerpass, vom Platz im Großraumbüro bis zum Einzelplatz, wahlweise mit Mailadresse und Postfach. Für jeden Freelancer, Selbstständigen, Digitalnomaden, Geldbeutel, Zeitraum und Rhythmus gibt es das passende Modell.

Meine Coworking-Erfahrung: Frankfurt am Main

Die Zentrale Coworking auf der Berger Straße in Frankfurt habe ich das erste Mal während eines abendlichen Gründerstammtisches besucht. Die zentrale Lage und das entspannte Ambiente inklusive Küche, Sofaecke und Meeting-Räume haben mich überzeugt, sodass ich bald einen Schnuppertag über das Sightseer/Day Ticket und daraufhin das flexible Abo Nomad Business Basic buchte. Die Zentrale Coworking bietet verschiedene Modelle für den individuellen Bedarf an, ob nun Flexibler-Nomaden-Platz oder dauerhafter Bürotisch. Die Nähe zur Berger Straße, eine Einkaufsstraße in Frankfurt mit vielen Cafés, Restaurants und Supermärkten, ist ein weiteres großes Plus. Draußen herrscht der städtische Trubel, während man drinnen abgeschottet und konzentriert arbeiten kann – oder eben interessante neue Menschen in der Küche trifft.

Meine Coliving-Erfahrung: Lissabon  

Outsite bietet Cowork Spaces auf der ganzen Welt an, ob nun auf Bali oder Hawaii, in Kalifornien, Portugal oder in der Schweiz. 2018 mietete ich mich für eine Woche in Outsite Lisbon ein. Das Cowork Space ist in diesem Fall zeitgleich ein Coliving Space und befindet sich im Viertel Cais do Sodré, nur fünf Minuten vom Fluss Tejo und zehn Minuten von den zentralen Einkaufsstraßen und Touristenpunkten entfernt. Büro und Gemeinschaftswohnungen befinden sich in einem Gebäude. Für jeden Komfortwunsch und jedes Budget gibt es das passende Zimmer, vom Einzelbett im Zweierzimmer mit geteiltem Bad bis zum Doppelbett im Einzelzimmer mit privatem Bad. Im Erdgeschoss befindet sich das sehr offene und helle Cowork Space mit Einzeltischen, Gruppentischen, Couches und Meeting-Räumen. Der Kontakt zu den Mitbewohnern folgt wie von allein durch organisierte Events oder die hauseigene WhatsApp-Gruppe. Ich lebte damals mit vier weiteren Digitalnomaden auf einer Etage zusammen und lernte noch einige mehr beim Arbeiten, Tapas-Abend und bei gemeinsamen Erkundungstouren durch die Stadt kennen. Was ich sonst von dieser Zeit mitnehmen konnte? Inspiration, Motivation, eine Freundschaft, die mich ein Jahr später nach Spanien führte und heute noch anhält, handfeste Erfahrungen aus dem Digitalnomaden-Leben und nächtliches Tanzen durch die Straßen Lissabons. Ein weiteres Highlight war die Nähe zum Tejo und zur Station Cais do Sodré, von der man in das 45 Minuten entfernte Strandbad Cascais gelangt. PS: Gearbeitet habe ich dort übrigens auch.

Coworking im Café

Wer nicht unbedingt in einem Cowork Space arbeiten möchte, aber dennoch ein bisschen Leben um sich braucht, geht einfach ins Laptop-und-WLAN-freundliche Café. Ich betone das so, weil nicht jedes Café Digitalnomaden willkommen heißt, die sich direkt hinter ihrem Bildschirm verstecken. Manche schildern das entsprechend aus. Daran sollte man sich erstens aus Respekt halten und zweitens würdet ihr dort sowieso vergeblich nach WLAN suchen. In Berlin habe ich zum Beispiel im Café des Cowork Spaces betahaus in Berlin-Kreuzberg gearbeitet. Dort habe ich die Fleiß- und Business-Atmosphäre und die Motivation der anderen genutzt, um sie auf mich zu übertragen. Ich persönlich kann im Café prima recherchieren, Konzepte erstellen, Korrektur lesen oder auch erste Textversionen erstellen. Dabei habe ich Ablenkung und Inspiration zugleich, die ich beide im gleichen Maße benötige. Hier gilt aber wie so oft: Alles Typsache. Einfach probieren.

Und? Wo arbeitest du?

Habe ich dich angefixt? Bist du neugierig darauf, mal einen Cowork Space auszuprobieren? Ob dir die Arbeit im Cowork bzw. Coliving Space zusagt, musst du einfach austesten. Die anderen Freelancer bei der Arbeit zu sehen, gibt mir persönlich immer einen gewissen Push, noch mehr an diesem Tag zu leisten. Es spricht aber natürlich auch nichts dagegen, allein zuhause in der stillen Bude zu sitzen, um konzentriert ein Projekt zu beginnen. Da seid ihr als Freiberufler – wie so oft – in eurer Wahl völlig frei. Aber bitte entschuldigt mich nun, ich muss mal raus und andere Menschen sehen…Ciao!

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